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Das andere Ende der Welt

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Januar 2017 – Ganz spontan und ohne wirklichen Plan nach Sydney gezogen.

Ich? Der größte Familienmensch überhaupt? War selbst überrascht, dass ich den Mum dazu hatte. Bin ich irgendwie immer noch, wenn ich so darüber nachdenke.
Eine unbekannte Stadt, so gut wie keine Kontakte, hier gewesen bin ich davor gerade zwei Mal.

Sydney war vor unserer Weltreise nicht mal in meinen Gedanken. Da hinziehen? Lächerlich. Unvorstellbar.

Ich wollte einfach raus von ‘zu Hause’. Mal ganz auf sich alleine gestellt sein. Keine Mama, Papa, Oma oder Freunde. Nur ich.

Berlin? Köln? Hamburg? Alles viel zu nah.

Sydney? Über 16.000km von daheim? Einmal halb um den Globus? Nehme ich.

Matthew hat mich vom Flughafen abgeholt, ohne irgendeine Idee, was passieren würde. Wollte eigentlich nur die ersten Wochen bei ihm wohnen & jetzt? Aber das ist wohl eine andere Geschichte.

Anfangs habe ich mich oft alleine gefühlt und wäre am liebsten übers Wochenende nach Hause geflogen. 1000$ Hinflug? Eher nicht drin.

Durchgebissen. Geweint. Gelacht. Spaß gehabt und Heimweh verspürt. 

Hier war Sommer. Absolut meine Jahreszeit. Die Sonne scheint bei 35 Grad im Schatten. BBQ draußen auf dem Balkon, am Strand liegen und den Sand spüren, das Meer hören und riechen. Grandios.

Immer mehr habe ich mich in die Stadt und Menschen hier verliebt.

Neuen Job angefangen. Direkt am Beach. Schnell neue Leute kennengelernt. Das reizt also alle so an dieser Seite der Erde. Spontanität. Gelassenheit. Definitiv etwas unstrukturierter und chaotischer. Alles kein Problem.

So weit weg in dieser riesen Metropole. So groß und doch so klein. Weit entfernt von allem gewohnten und doch schnell angekommen gefühlt.

Ich habe Dinge getan, die ich mir niemals zugetraut hätte. Viele Andere bestimmt auch nicht. Nicht innerhalb der Comfort Zone leben. Einiges ging schief, anderes lief gut. Sogar sehr gut. Ich habe mich selbst irgendwie wieder gefunden. Niemand um dich rum der dich beschützt. Manchmal ist es das, was man braucht.

Ich habe angefangen über vieles nachzudenken. Mein Leben in München, meine Pläne, Zukunft und Freunde. Was für ein bedeutendes Wort. FREUNDE. Diese Entfernung zeigt dir, wer hinter dir steht, deine Hand nimmt, von ganz weit weg, und den Weg mit dir geht. Ohne Körperkontakt, Augenkontakt oder eine Umarmung, näher bei dir ist als jemals zuvor. Das sind Freunde. Das ist die Welt. Meine Welt.

In den Schoß gefallen ist mir hier in Sydney nichts, jedoch ging es schließlich genau darum. Jede Investition, Schweiß, Träne und Bemühung hat sich irgendwann ausbezahlt.

Was ich hier bis jetzt ohne jeden Zweifel gelernt habe ist, dass eine positive Einstellung alles ändern kann. Nicht nur für dich. Die Menschen um dich rum fühlen das auch. Manchmal sogar mehr als du. Deutlich mehr.

Ich bin schon über 5 Monate hier und kann sagen, ich bin glücklich. Hier und jetzt. Zufrieden und happy. Ich erkenne mich selber wieder und fühle mich gut. Stolz irgendwie.

Jeden Morgen wache ich mit einem Lächeln auf. Nicht nur weil ich glücklich bin, sondern auch, weil mich einige Menschen hier sehr glücklich machen. Jeden Tag aufs Neue. Sie haben mir die Welt von einer anderen Seite gezeigt. Ihre Welt. Dankbar ist der falsche Begriff dafür, was ich fühle. Sagt zu wenig aus.

Ich erkenne mich oft selber nicht wieder. Gar nicht so schlecht. Veränderungen gehören dazu. Australien passierte zu dem perfekten Zeitpunkt. Ins kalte Wasser zu fallen, dass habe ich gebraucht. Für mich selber und meine eigene kleine Welt. Die genau so ist, wie sie sein soll.

Und plötzlich merke ich, wie sehr ich die Stadt hier doch lieben gelernt habe, die Menschen, die mich happy machen. Auch wenn ich hier nicht bleibe, bin ich sicher, ich komme wieder. Möglicherweise verändert. Mehr gelernt. Bereit neue Wege zu gehen.

Love, Nathalie.

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