Sport, Kalorien zählen und der Drang nach Perfektionismus

 

Anzeige / Ein Topic, dass ich schon länger vor mir herschiebe. Über das eigentlich niemand so richtig reden will.

 

Das ich aktuell wenig Sport mache, ist kein Geheimnis. Ich fühle mich nicht danach und habe keinen Spaß daran. Alles halb so schlimm. Gar kein Thema. Ich bin ein sehr aktiver Mensch und habe viel Bewegung in meinem Alltag. Damit bin ich zufrieden und happy. Yoga mache ich zum Ausgleich, um runter zu kommen. Sozusagen eine Auszeit für mich ganz alleine. Ich liebe es. Diese Momente mit mir selber.

Sport, Kalorien zählen und der Drang nach Perfektionismus

Das Thema Kalorien macht mir etwas mehr zu schaffen. Ich weiß, vor allem in den Sozialen Netzwerken wollen immer alle stark sein. Vorbilder. Alles richtig machen. Keine Niederlagen. Dieser Perfektionismus.

Vielleicht ist es genau das, was mir das schwer fallen lässt?

 

Ich habe angefangen Kalorien zu tracken, nachdem ich 30kg abgenommen hatte. Um von meinem strikten Ernährungsplan weg zu kommen. Raus aus dem sich endlos zu wiederholen scheinendem Ernährungsplan-Chaos. Ich hatte das Gefühl, darin fest zu stecken. 200g Pute da, 300g grünes Gemüse hier. Was ist das? Lebensqualität? Absolut nicht. Nicht auf Dauer.

 

Ich befasste mich mit Kalorien und Nährwerten. Lernte sehr schnell was IIFYM bedeutet. Essen was du möchtest, solange es in deine Makros passt. Ich tastete mich langsam heran. Immer mal wieder ein kleines Stück Schokolade, was mir so lange als unfassbar böse und schlecht eingetrichtert wurde.

Ich genoss es und bekam so viel Life-Quality zurück.

 

Wo ist also jetzt das Problem? Das Problem tauchte dann auf, als dieses Zählen zu einem Zwang wurde. Zahlen im Kopf, die die Überhand gewannen. Wie viele Kalorien esse ich hier, wie viele da. Zahlen, Nummern, Nährwerte, Makros, Mikros. Ich fühlte mich genau so schlecht wie zu meiner Diät Zeit.

Ich hatte das Gefühl, nie wieder normal essen zu können. Nie wieder aus diesem Drehkreuz rauszukommen. Ich wusste nicht weiter. Mir hatte die Idee gefehlt. Der Plan sorglos zu essen, zu leben und zu genießen. Die Zahlen haben meinen Alltag bestimmt. In jedem Lebensmittel hatte ich nur noch Kalorien-Angaben gesehen.

 

Natürlich war es schön, essen zu können was man wollte, solange es irgendwie in die Vorgaben passte. Aber willst du dein ganzes Leben nach Vorgaben leben? Willst du deinen Alltag wirklich davon bestimmen lassen? Immer dein Essen abwiegen? Kalorien im Kopf überschlagen?

Ich will das nicht. Trotzdem – Ich bin ganz ehrlich mit euch, mir fällt das ab und an immer noch schwer. Ich habe Wochen, da zähle ich Kalorien. Einfach, weil ich die Kontrolle haben möchte. Ob das richtig ist? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es mir so so viel besser geht seit ich mich intuitiv ernähre. Ganz egal wie viel Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate etwas hat. Ich esse worauf ich Lust habe. Versteht mich nicht falsch, 95 % davon sind gesund und unverarbeitet, allerdings schreibe ich mir nichts mehr vor. Ich höre auf meinen Körper und gebe ihm wonach er gerade schreit.

Endlich wieder Essen zu gehen, mit freiem Kopf. Das ist das, woran ich aktuell arbeite. Ich will dieses ‘normal gewordene’ überschlagen von Kalorien aus meinem Kopf verbannen. Und das werde ich. Ganz sicher. Nicht sofort, aber immer mehr. Damit Essen nur noch einen positiven Teil meines Lebens bestimmt. Genuss und Leidenschaft.

Und jetzt habt’s schön ihr Lieben.

 

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