Früher ‘Sex, Drugs and Rock’n Roll’ & heute ‘Veganismus, Laktoseintoleranz und Glutenfrei’

 

Meine Ernährung und ich.

Wir zwei kommen aktuell erstaunlich gut miteinander aus. Das war allerdings nicht immer so. Ganz im Gegenteil. 

Bevor ich anfing, mich plantbased zu ernähren fühlte ich mich irgendwie verloren. Ich wusste, ich wollte etwas verändern. In meinem Leben. Meinen Gewohnheiten. Der Welt.

Ich war nicht zufrieden wie es lief und setzte mich deshalb immer mehr mit dem Thema Ernährung auseinander. Glutenfrei, vegetarisch, paleo, .. Ich wurde nahezu überhäuft mit Infos und Ratgebern. 

Aber gut. 

Kommen wir erstmal zu der häufigst gestellten Frage.

Warum vegan?

Ich hatte, schon seit ich ein kleines Kind war, immer wieder starke Probleme mit Magenkrämpfen, die auch zahlreiche Male untersucht wurden. Darmspiegelungen, Ultraschallbilder und Spritzen. In der Woche, bevor es für Matthew und mich im März ’17 von Sydney nach München ging um meine Familie und Freunde zu besuchen, wurde es nachts so schlimm, dass wir gegen 3 Uhr morgens ins Krankenhaus fahren mussten. Die Ärzte konnten, nach unzähligen Bluttests feststellen, dass es sich um eine starke Magenschleimhautentzündung handelte. 

Ich wurde an einen Tropf gehängt, bekam Schmerzmittel und den Rat, der mein Leben veränderte 🙂 

‘Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse Kamillentee auf nüchternen Magen. Kamille ist eine bewährte Heilpflanze, wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Zudem verzichten Sie für die nächsten 4-6 Wochen auf tierische Produkte.’

Wie habe ich begonnen? 

Ich hatte zu Beginn angenommen, dass es mir unglaublich schwer fallen wird, sich so ‘einseitig’ zu ernähren. Kein Fleisch, Fisch, keine Eier, keine Milch, Käse, kein Eis. 

Früher 'Sex, Drugs and Rock'n Roll' & heute 'Veganismus, Laktoseintoleranz und Glutenfrei'

Das wird hart sein. Kaum Auswahl an Lebensmitteln, nur Obst und Gemüse. Langweilig. Im Nachhinein absolut nicht richtig. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich es nicht besser, weshalb es in den ersten Tagen hauptsächlich Smoothies und Gemüse gab. Nach und nach hatte ich mich jedoch intensiver mit dem Thema beschäftigt und immer mehr tolle, kreative Ideen und Anreize für leckere Gerichte bekommen. Zudem wurde mir erstmals so richtig klar, was eigentlich alles unter die Kategorie ‘vegan’ fällt.

Honig, Süßstoff oder Gummibärchen? Nicht vegan. Für viele selbsterklärend, für mich damals absolutes Neuland. 

Meine Erfahrung

Ich liebe den veganen Lifestyle und kann mir nichts anderes mehr vorstellen. Die meisten Menschen haben, meiner Meinung nach, ein ganz falsches Bild von dieser Ernährungsform. Eintönige und langweilige Rezepte? Fehlanzeige.

Lasst euren Gedanken freien lauf und werdet kreativ. Kombiniert, kreiert und begeistert euch selber. Wie koche ich vegane Sahnesauce oder backe veganen Kuchen? Fang an zu zaubern: Eine Avocado mit Kala Namak, einem schwefeligen Salz aus Indien, schmeckt wie Ei 😉 Zudem lernte ich mit Enttäuschungen umzugehen: Veganer Fleischersatz schmeckt oft furchtbar.

Trotzdem: Ich vermisse nichts. Ich fühle mich so gut wie lange nicht mehr. Ich kann mich satt essen, bin voll und glücklich nach jeder Mahlzeit. Habe keinen Blähbauch mehr.

Ich bin der letzte Mensch, der versucht jemand anderen von einer bestimmten Lebensform zu überzeugen. Jeder sollte das tun, was er für richtig hält und für gut empfindet.  Damit meine ich: Weder vom fleisch-essenden Umfeld, noch von Veganern, die dir erzählen, du tust nicht genug und müsstest erstmal dein komplettes Leben umkrempeln. 

Wenn du etwas ausprobieren möchtest, versuche dies Schritt für Schritt. Es geht nicht um eine Alles- oder Nichts-Einstellung.

Außerdem: Nur weil du dich entscheidest vegan leben zu wollen, musst du nicht gleich deine Lederschuhe wegschmeißen oder plötzlich darüber nachdenken, ob du noch Apfelsaft im Restaurant trinken darfst, weil dieser oft mit Gelatine gefiltert wird. Das alles ist eine Frage der eigenen Entwicklung.

Du findest all das nach und nach heraus und dies am besten, ohne dich unter Druck zu setzen.

Mein Fazit

Der Einstieg fiel mir deutlich leichter als ich erwartet hatte. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, wurde es von Tag zu Tag entspannter und ich fing an richtig Spaß daran zu finden, mich in der Küche neu auszuprobieren.

Ich hatte mich damals aus gesundheitlichen Gründen heraus zu dieser Ernährungsform entschieden. Inzwischen bin ich allerdings an einem Punkt angelangt, der mich auch aus ethischen Gründen sehr dazu bewegt. Vor allem seid wir Zoey haben, denke ich noch viel mehr darüber nach. Wo ist der unterschied zwischen einem Hund und einen Schwein? Beides lebt. Beides liebt. 

Es ist für mich das Richtige und fühlt sich gut an. Ich freue mich täglich aufs Essen. Habe mich in die Materie ‘reingelebt’ und kaum mehr Schwierigkeiten. Das hat gedauert. Das brauchte Zeit.  Ich habe so viel neue Energie und Lebensfreude. Nehme vieles ganz anders wahr und überlege 2-mal was ich mir kaufe. Zudem schätze ich Nahrungsmittel deutlich mehr und sehe diese nicht mehr als selbstverständlich an.

Aber natürlich: Es gibt einige Dinge, die am Vegan sein nerven. Nicht alles ist nur Schwarz oder Weiß – Das trifft auch auf die vegane Lebensweise zu. Es ist nicht kompliziert, aber es ist auch nicht immer der einfachste oder angenehmste Weg. Da gibt es Momente, die mich stören. Wenn ich mit Leuten essen gehe/eingeladen bin und das Wort vegan fällt, bekommt manch Einer immer noch einen Herzkasper. Viele Menschen können sich nichts darunter vorstellen und sehen nur den reinen Verzicht, statt zu überlegen, was sie alles essen könnten. Sie versteifen sie sich auf die Dinge, die wegfallen. Das lief oft auf eine Diskussion hinaus (auf die ich mich inzwischen nicht mehr einlasse).

In unserer Gesellschaft gibt es unzählig viele verschiedene Theorien,welche Ernährung am besten und gesündesten sei. Jeder sollte seinen eigenen und individuellen Weg finden um glücklich und zufrieden mit sich selbst zu sein. Falls du dafür hunderte unterschiedliche Formen ausprobieren musst/willst, ist das vollkommend in Ordnung.

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Wie steht ihr zu veganer Ernährung? Erfahrungen? Lasst mich an eurem Lebensstil teilhaben. 

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