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Veganer Lifestyle – Meine Geschichte

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8. August 2017. Hätte mir jemand vor vier Jahren erzählt, dass ich mit 24 vegan lebe, dreißig Kilogramm weniger wiege, ein Leben in Sydney führe und einen erfolgreichen Instagram Account und Blog besitze, hätte ich wohl nur leise gelächelt.

Strukturierte Ernährung? Gesunde Lebensmittel? Sport? Fehlanzeige.

Mitte 2013 kam der Wandel, ganz ohne wirklichen Grund. Natürlich habe ich mich unwohl in meinem Körper gefühlt. Wie sollte das auch anders sein, mit über 91kg Körpergewicht auf 174cm.

Ich fing an regelmäßig Sport zu treiben und stellte meine komplette Lebensweise um. Geplante und überlegte Mahlzeiten ersetzten Pizza, Burger und Schokolade. Ein Nachmittag auf der Couch wurde durch eine Sporteinheit am See ausgetauscht.

Die Folgen? Ich nahm ab. Nicht nur ein wenig. Nach 10 Wochen waren es über 14 Kilogramm.

Was für ein Ansporn dachte ich & ermutigte mich selber immer weiter zu machen. In knapp einem Jahr verlor ich so also ca. mein halbes aktuelles Gewicht – 30kg. Eine tolle Leistung oder? Dachte ich auch.

Ich fühlte mich endlich wohl in meinem Körper und strahle dieses Selbstwertgefühl und die Zufriedenheit auch aus. Meine Familie und Freunde waren stolz und merkten, wie sehr ich doch über mich hinausgewachsen war.

Trotzdem schwirrten in meinem Kopf immer wieder die Gedanken rum, dass das nicht alles sein kann. Ich war zwar zufrieden mit meinem Äußerem, allerdings nicht mit meinem inneren Befinden.

Und plötzlich sollte ich vegan leben – Ganz ohne Vorwarnung

März 2017. Schweißgebadet und mit starken Schmerzen im Bauch wachte ich nachts neben meinem Freund auf. Ohne groß zu diskutieren fuhren wir gegen drei Uhr ins Krankenhaus. Unzählige Tests und Blutproben später dann das Ergebnis: Eine starke Magen-Schleimhaut-Entzündung.

Der diensthabende Arzt erklärte mir, dass für mich erstmal Schonkost auf dem Plan stünde – Viel gegartes Gemüse, keine tierischen Produkte, keine Milch, Eier oder ähnliches.

„Soll ich jetzt vegan werden?“ fragte ich mich.

Aus einem unfreiwilligen Gedanken wurde eine Erfahrung

Die nächsten Tage vielen mir schwer. Keine Frage.

„Was esse ich denn nun?“ – Das beschäftigte mich durchgehend. Ich fing also an, online nach Rezepten und Anregungen zu suchen.

Und weißt du was? Ich war unglaublich überrascht. Nahezu begeistert. Euphorisch.

Egal ob Süßkartoffelpüree, Kichererbsen-Currys, Nice-Cream oder Oatmeal, es schien so gut wie alles möglich zu sein. So viele Variationen und köstlich klingende Gerichte.

Mir wurde erstmals bewusst, dass ich gar keine genaue Ahnung davon hatte, was ‚vegan sein‘ eigentlich bedeutete.

Die Gerüchte „Einseitige Ernährung“, „Viel zu wenig Eiweiß“, „Du verlierst all deine Muskeln“ kannte ich jedoch nur zu gut.

Ich wollte mich selber eines besseren belehren und fing an kreativ zu werden. Das erste mal seit sehr langer Zeit stellte ich mich mit Vorfreude in die Küche. Trotz Magenschmerzen. Irgendwas reizte mich an diesem Thema.

Alles ist schwer, bevor es leicht wird 

Bevor es losging, musste ich erstmal in den Supermarkt. Easy, dachte ich. „Kann doch nicht so schwer sein oder?“

Wie schon erwähnt, hatte ich mich zuvor noch nie mit dem Thema ‚vegan werden‘ auseinander gesetzt und kannte mich mit den Produktinhalten nicht aus.

‚Back to Basic‘ war für mich also erstmal die einfachste Art. Ich kaufte viel Obst, Gemüse, braunen Reis, Kartoffeln, Pflanzenmilch, Tofu, …

Mir wurde zum ersten Mal bewusst, wie viele verarbeitete Lebensmittel normalerweise in einem Einkaufswagen laden.

Ich verbrachte Stunden in dem Laden. Die Zeit verflog regelrecht. Ich studierte Nährwerte und konnte nicht fassen, was in manchen Produkten enthalten ist.

Meine Neugier war geweckt und ich bekam immer mehr das Gefühl, dass dies ein riesiger & neuer Teil meines Lebens werden könnte.

Zurück zu Hause angekommen zauberte ich Chia Pudding zum Frühstück. Dazu Sojamilch und Kokosnuss-Joghurt. So gut hatte ich lange nicht mehr in den Tag gestartet.

Jede Mahlzeit wurde geplant und nahm viel Zeit in Anspruch. Klar, schließlich dauert alles etwas länger, wenn man mit der Materie noch nicht vertraut ist.

Die Wochen vergingen und ich vergaß immer mehr, dass ich mich an eine bestimmte Ernährungsform hielt.

Es wurde normal. Zu meinem Alltag. Zu meinem Leben.

Schwach sein ist erlaubt

Wir reisten nach Deutschland, zu meinen Freunden und Familie.

Anfangs fiel es mir dort noch leicht vegan zu leben.

Der zunehmende ‚Druck‘, den man unbeabsichtigt abbekommt, ließ mich trotzdem nicht kalt.

„Menschen müssen Fleisch essen“, „Wo hast du den diesen Schwachsinn aufgegriffen“, „Ist das jetzt wieder so ein neuer Trend“

Ständig sollte ich mich für alles rechtfertigen und erklären. Anstrengend und nervenzerrend. Irgendwie auch traurig.

Ich ließ mich dazu hinreisen, wieder ‚normal‘ oder sollte ich viel eher sagen ‚gesellschaftlich akzeptiert‘ zu essen.

Schon nach den ersten paar Tagen fühlte ich mich schlechter. Nicht körperlich, eher von innern heraus.

Ich wollte das so nicht. Fleisch, Fisch und Co. reizten mich kein bisschen mehr.

Back to track

3 Wochen später, zurück in Australien, reichte es mir.  Ich hatte mich mit meiner veganen Ernährung so unendlich gut gefühlt.

Vegan zu werden war eine Erfahrung, die mich so viel mehr begeistere, als ich es jemals für möglich hielt.

Back to track – Diesmal aber richtig. Es ist schließlich meine Entscheidung, mein Leben und mein Körper.

Ich war entschlossen und motiviert wie nie. Gesagt – Getan.

Ich fing also immer mehr an, mich mit Details auseinanderzusetzen & verliebte mich richtig in diese Art zu leben.

Wenn du nichts änderst, ändert sich nichts

Der Entschluss vegan zu werden, war einer der besten Entscheidungen meines Lebens.

Ich durfte so viele, tolle Nebeneffekte bemerken, die mir zuvor nicht mal in den Sinn gekommen wären.

Meine Haut war schon immer ziemlich unkompliziert, allerdings ist das, was mit ihr durch den Veganismus passierte, next Level. Ich habe absolut keinerlei Unreinheiten mehr und würde behaupten, ein Baby-Popo ist nicht sanfter als mein Gesicht

Meine Haare sind dicker, fester und wachsen schneller

Müdigkeit am Tag? Wie weggeblasen – Kein Thema mehr

Ich hatte noch nie zuvor so feste und stabile Nägel wie aktuell

Ich kaufe viel saisonaler ein – Dementsprechend auch frischer

Ich bin glücklicher

Mein Hungergefühl ist zurück. Durch das viele Diäten hatte ich schon gar keine Ahnung mehr wie sich das überhaupt anfühlt

Ich kann mich satt essen. Das ist so viel Lebensqualität

Blähbauch? Geschichte

Ich habe Smoothies für mich entdeckt und bin deutlich kreativer in der Küche

Grünes Gemüse steht täglich auf meinem Tisch

Ich genieße Essen noch viel mehr als früher schon

Ich habe viele interessante und inspirierende Personen kennen gelernt

Ich spare Geld, da ich wieder gerne selber koche

Diese Leichtigkeit von innern heraus – Absolut traumhaft

Es geht nicht um Perfektionismus, sondern darum anzufangen

Fast-Food gibt es so gut wie nie

Fressattacken wurden verbannt, kein Heißhunger mehr

Ich habe unzählige neue Lebensmittel entdeckt – Tempeh steht aktuell ganz oben auf meiner Favouriten-Liste

Wir haben immer frisches Obst zu Hause

Ich liebe Salate

Ich treibe wieder mehr Sport und fühle mich fit

Mein Gesundheitsbewusstsein ist ausgeprägter

Ich habe keine Kopfschmerzen mehr

Nach meiner Umstellung zu veganer Ernährung habe ich zudem etwas Gewicht verloren. Zu Beginn hatte ich das gar nicht wirklich gemerkt, schließlich hatte mich auch nicht dieser Grund dazu bewegt vegan zu leben – Trotzdem ein netter Effekt.

Krank sein? Was ist das? 

In Sydney ist Winter, dass bedeutet das viele Menschen kränkeln. Egal ob Schnupfen, Grippe, Halsschmerzen oder Ähnliches. Verrückt, normal blieb ich nie verschont.

Das ist jetzt anders. Anstatt Tabletten einzuschmeißen, ernähre ich mich gesund, esse viele Ballaststoffe (Pflanzenfasern aus Getreide, Gemüse oder Obst quellen im Magen auf, sorgen so für ein schnelleres und länger anhaltendes Sättigungsgefüh) und bin gesund. Was für ein tolles Gefühl.

Mein Fazit

Meine körperliche Veränderung fand statt, bevor ich mich dazu entschied vegan zu werden/leben. Meine geistige Zufriedenheit und das Gefühl, mit sich selbst im Reinen zu sein, kam allerdings erst mit diesem Wandel. Auch wenn du manchmal auf Zweifel, Kritik oder Unverständnis stößt, lass dich nicht von deinem Weg abbringen. Die positiven Seiten werden überwiegen und du wirst stolz auf dich selbst sein. Du alleine entscheidest, ob du durchhältst oder aufgibst.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt und jeder Weg führt zu einem anderen Ort. Täglich lerne ich neue Dinge über mich, meine Ideen und Ideologien. Ein wichtiger Part davon ist es, Hindernisse zu überwinden und die Lehre daraus zu ziehen Ich bin bereit und offen für viele weitere positive Entwicklungen. Wohin meine Reise mich führt, weiß ich noch nicht. Was ich allerdings sagen kann ist, dass die bisherige Aussicht wunderschön ist & ich froh bin den ersten Step getan zu haben.

Wie lange lebst du schon vegan? Was hat dich zu diesem Lebensstil bewegt? Welche Erfahrungen konntest du machen/erleben?

Love, Nathalie.

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